Viele Menschen glauben noch immer, Meditation sei etwas für Eingeweihte, eine Praxis, die jahrelange Ausbildung, besondere Fähigkeiten oder gar die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Glauben erfordert. Einige meiner Klienten waren anfangs überzeugt, Meditation sei etwas Mystisches, fast schon Esoterisches. Manche Männer mieden sie sogar, weil sie fürchteten, dadurch „zu weich“ zu werden. Und immer wieder höre ich die Annahme, Meditation sei fest an Religion gebunden. Doch all das stimmt nicht. Ja, Meditation findet sich im Buddhismus, im Hinduismus, im Christentum, im Judentum und eigentlich in fast allen Kulturen. Aber in ihrem Kern ist sie völlig neutral. Sie ist weder an eine Weltanschauung gebunden noch an eine bestimmte Lebensform. Und das Erstaunliche ist: Ausnahmslos alle, die einmal an einem meiner Meditations- oder QiGong Workshops teilgenommen haben, praktizieren seither weiter. Warum das so ist, wird später noch klar werden. Zunächst beantworte ich drei einfache Fragen:
1. Was ist Meditation?
Meditation ist eine einfache Praxis, bei der der Geist zur Ruhe kommt.
- Sie hilft, Aufmerksamkeit und innere Klarheit zu entwickeln.
- Durch bewusstes Atmen entsteht ein Gefühl von Präsenz und Gelassenheit.
- Regelmäßige Meditation stärkt die Fähigkeit, Stress und Ablenkungen loszulassen.
- Sie verbindet Körper und Geist und schafft Raum für neue Perspektiven.
2. Für wen ist Meditation geeignet?
Für alle. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder Herkunft. Menschen in Krisen, Menschen mit gesundheitlichen Herausforderungen, Sportler, Berufstätige, Schüler und jeder, der mehr Ruhe, Fokus oder Gelassenheit sucht, kann davon profitieren.
3. Welche Voraussetzungen braucht es?
Keine! Wirklich keine! Nur die Bereitschaft, sich selbst ein paar Minuten Zeit zu schenken und das eigene Bewusstsein zu beobachten. Meditation ist viel unkomplizierter, als viele denken. Sie findet nicht nur im Lotussitz vor einer Kerze statt. Sie kann überall entstehen: Zuhause, im Büro, im Zug, beim Spazierengehen. Immer dann, wenn wir bewusst sind, beginnt bereits eine Form der Meditation.
Jetzt wird’s praktisch mit einem Beispiel:
Natürlich gibt es unzählige Meditationsformen und keine davon müssen wir heute im Detail behandeln. Schließlich lautet die Überschrift dieses Beitrags nicht ohne Grund: „Meditation ist keine Geheimwissenschaft“. Ich selbst bevorzuge eine eher klassische Form, aber nötig ist das nicht. Das Schöne an der Meditation ist: Jeder kann sie so gestalten, wie es zum eigenen Leben passt. Ich meditiere seit vielen Jahren jeden Morgen, mal fünf Minuten, mal eine Stunde. Diese Routine gibt mir Kraft und Ausdauer für den gesamten Tag. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit. Ich stehe morgens ohne Wecker auf - seit über zehn Jahren. Ich begrüße den Tag, gehe ins Bad und danach trinke ich ein Glas Wasser. Das ist kein Muss, aber mir tut es gut, und Studien zeigen, dass ein Glas Wasser am Morgen das Immunsystem unterstützen kann. Danach ziehe ich mich ins Wohnzimmer, oder in den Yogaraum meines Studios zurück, lege eine Decke auf den Boden, falte diese damit ich erhöht im Schneidersitz (Lotussitz) sitzen kann und lasse meinen Körper erst einmal ankommen. Ich nehme meine Umgebung wahr, innen wie außen, und freue mich über den Ausblick. Natürlich können Sie auch auf einem Stuhl sitzen oder die Beine zur Weite nach hinten abwinkeln. (Siehe Fotos) Entscheidend ist, dass es für Sie passt, nicht für irgendeinen Yogi aus einem Lehrbuch. Dann hebe ich die Arme über den Kopf, falte die Hände und verneige mich leicht, als Dank für diesen neuen Tag. Die Augen schließe ich manchmal sofort, manchmal erst später oder gar nicht. Ich lasse alles geschehen, ohne Zwang. Viele glauben, sie dürften während der Meditation nicht denken. Aber warum eigentlich nicht? Gedanken kommen und gehen, das ist völlig normal. Es geht nicht darum, sie zu unterdrücken. Stellen Sie sich einfach vor, jeder Gedanke sitzt auf einer kleinen Wolke. Sie sehen ihn, schieben ihn sanft weiter und lassen ihn ziehen. Irgendwann werden die Gedanken vielleicht weniger; Vielleicht auch nicht. Beides ist völlig in Ordnung. Meditation soll leicht sein, nicht anstrengend. Achten Sie darauf, dass Ihr Rücken aufrecht ist, aber ohne Spannung. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Probieren Sie es einfach aus. Bleiben Sie in dieser Haltung, bis Ihre innere Uhr sagt: „Jetzt bin ich wieder da.“ Dann heben Sie die Arme erneut über den Kopf, bedanken sich und schließen die Meditation mit einer kleinen Verneigung ab. Danach beginnt Ihr Tag. Probieren Sie es 30 Tage lang täglich aus, möglichst zur gleichen Zeit. Schreiben Sie mir gern, was Sie in dieser Zeit erlebt haben. Viele sind überrascht, wie schnell sich etwas verändert. Natürlich ist dies nur eine von vielen Möglichkeiten zu meditieren. Aber ich möchte den Hapkidoverleger nicht überstrapazieren. Im nächsten Teil der Ausgabe werde ich Meditation mehr aus der wissenschaftlichen Sicht beleuchten, und im letzten Teil der Ausgabe widmen wir uns kraftvollen Mantras. Ich hoffe, dieser Beitrag hilft vielen Menschen, ihr Bewusstsein wieder bewusster wahrzunehmen und vielleicht ein Stück mehr Lebensenergie zu finden. In diesem Sinne und mit einem Zitat welches ich mal gelesen habe aus dem ZEN-Buddhismus.
„Wenn der Geist zur Ruhe kommt,
zeigt sich der Weg von selbst“
Euer Martin S. Gubo
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